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Neue Osnabrücker Zeitung über Sweet Silence

Barbara Morgenstern gehört zu den Pionierinnen der Berliner Elektro-Szene. Seit mehr als 15 Jahren verteidigt die Keyboarderin ihren selbst gemachten LoFi-Elektro gegen die Techno-Übermacht von Clubs wie dem Berghain – und schafft es dennoch, mit jedem neuen Album ausgetretene Pfade zu verlassen. Ihr siebtes Werk verzichtet sogar auf die gewohnte Non-Konformität und überrascht mit eingängigen Melodien, die vor allem durch Morgensterns Gesang überzeugen, während im Hintergrund die Beats flirren und zirpen. Ausgesprochen sommerlich wirkt „Sweet Silence“ beim ersten Hören, doch verstecken sich durchaus tiefgründige Gedanken hinter der leichtfüßigen Melancholie.

Nach der Stille im Klang und den Höhepunkten der eigenen Kreativität forscht die Musikerin auf eine persönliche und intime Weise in ihren Texten. Und doch ist sie auch bereit, musikalisch unbeirrt in den „Live-Pool“ zu springen. Instrumentell untermalt sie die mal plätschernde, mal tänzelnde Lebensfreude mit Beats und Loops, die Brüche zulassen und doch melodiös unaufdringlich harmonieren. „Sweet Silence“ ist eine selbstgenügsame Platte, die keines großen Auftritts bedarf und deshalb umso nachhaltiger klingt. Für all diejenigen, die elektronische Musik fern von wilder Partyhopserei oder einfallsloser Chill-out-Lounge genießen mögen.

Der Rolling Stone über Sweet Silence

"In the past few weeks I could have written tons of number one hits/ But I was sick – sick, hmmm", singt Barbara Morgenstern, und eine solche Zeile lässt man natürlich nicht liegen, wenn man über eine Platte schreibt. Vielleicht weiß die Berliner Songwriterin das auch. Sehr wahrscheinlich sogar. Denn auf "Sweet Silence" hat sie alles weggelassen, was unwesentlich, nicht berichtenswert ist. Mit Stimme, Old-Skool-Keyboard und ein paar Beats hat sie ein melancholisches, minimalistisches Meisterwerk aus mit Sade-Eleganz dahingleitenden Melodien geschaffen. Jeder Song ein Hit natürlich. Süßer als die Stille.

Joinmusic über Sweet Silence

Der Morgenstern ist kein Himmelskörper. Der Morgenstern ist eine Wuchtwaffe. Eine ziemlich furchteinflößende noch dazu. Sie stammt aus dem Mittelalter und galt wegen der mit ihr beizubringenden fiesen Verletzungen schon damals als wenig galant. Dass Barbara den Morgenstern im Nachnamen trägt, kann also nur gutgemeinter Zufall sein: mehr popkulturelle Eleganz als auf ihrem neuen Album “Sweet Silence” passt wohl auf keine CD der Welt.

Barbara Morgenstern hört bzw. liest das vielleicht nicht so gern – eine Veteranin der klugen deutschen Elektronik ist sie trotzdem. Der Avantgardismus von AGF und Gudrun Gut geht ihrer Musik größtenteils ab – Zusammenarbeiten mit den beiden sind dennoch nicht ausgeschlossen. Viel stärker als ihre Kolleginnen aber findet Barbara Morgenstern seit ihrem vor 12 Jahren veröffentlichten Debüt immer andere und stetig zielführendere Wege durch den Pop-Dschungel bzw. an ihm vorbei. Was vor knapp 15 Jahren noch nach enorm kostengünstigem Equipment, um nicht zu sagen Gameboy-Ästhetik, klang, ist auf “Sweet Silence” seinem vorläufigen Höhepunkt zugeführt wurden.

 

Die 13 auf “Sweet Silence” enthaltenen Tracks sind zwar weder großartig komplexer arrangiert, noch unterscheiden sie sich anderweitig stark von Morgensterns früheren Kompositionen – allesamt bauen auf eine übersichtliche Instrumentierung, ein klares Melodie-Gerüst und den Verzicht auf rhythmisch komplizierte Schnörkeleien. Tatsächlich anders und neu ist allerdings die Produktion, das Sound-Design. Marco Haas, bekannt geworden als brachialer Tanzflur-Berserker, T.Raumschmiere und Shitkatapult-Gründer, hat “Sweet Silence” produziert und damit für den ersten so richtig amtlichen Sound auf einer Barbara Morgenstern Platte gesorgt.

Selbstverständlich hat er dabei darauf geachtet, dass Morgensterns Signatur – dass ihre Musik bei aller Professionalität immer auch nach Most aus dem eigenen Garten klang – erhalten und wieder erkennbar bleibt. Gleichzeitig erstrahlen die Bässe raumgreifender, die Kickdrum wabert wohliger in Richtung Magengrube und die Loudness-Taste bleibt ganz allgemein ungedrückt. Sogar Morgensterns Gesang ist jetzt eher Lego-Technik als Playmobil. Wie ganz die Arbeit ist, die Haas geleistet hat, lässt sich am besten auf einem der beiden Instrumental-Stücken des Albums, “Hip Hop Mice”, nachvollziehen, das ganz nebenbei klingt, als hätte es auch auf “Tesri”, der Kollaboration mit Robert Lippok, wunderbar Platz gefunden.

Ansonsten erstaunt Morgenstern mit einem Album, dass Songs ausschließlich in englischer Sprache enthält. Beeindruckend daran ist weniger Morgensterns Mehrsprachigkeit, sondern die Tatsache, dass sie eben auch deswegen sehr viel eher klingt wie Annie Lennox. Besonders in den tieferen Registern frappiert die Ähnlichkeit ungemein. Für Morgenstern, deren vokale Qualitäten immer schon ahnbar waren, ein Schritt in die unbedingt richtige Richtung – findet der Autor. Wehmutstropfen: Frau Morgensterns teutonischer Akzent.

Aber: siss is not sie end. Denn “Sweet Silence” ist ein durch und durch gelungenes Elektro-Pop-Alben, dass nicht überreden will, sondern die Ohren von ganz allein überzeugt. Dafür sorgen neben dem Reichtum an Melodien und Harmonien die immer wieder überraschenden Dramaturgien der einzelnen Tracks. “Auditorium”, mit seinem Fender-Rhodes-Lick, und “Status Symbol”, das Morse-Stück, bei dem der Beat erst spät einsetzt, gehören hier zu den Ersten unter Gleichen. Aber auch das björkeske und sechs-achtelige “Night-Time Falls” sowie das sich erst fast am Ende als melodische Wundertüte entpuppende “KooKoo” gehören zu den Songs mit dem Bitte-Immer-Wieder-Faktor. Ganz weit oben auf der Lieblingsskala des Autoren aber rangiert “Need To Hang Around” – das einzige, was dem Song noch fehlt, ist ein DJ Koze Remix. Und das Eingeständnis Roisin Murphys, dass es sich hierbei um den besten Moloko-Song handelt, den Moloko nie geschrieben haben.

Laut.de über Sweet Silence

Die Berlinerin kehrt zurück in die Clubs.

Für Überraschungen ist es nie zu spät, wie im aktuellen Fall das Durchhören des neuen Barbara Morgenstern Albums "Sweet Silence" beweist. Seit rund 15 Jahren ist sie als Musikerin und Produzentin im Bereich der elektronischen Musik im weitesten Sinne unterwegs und tobt sich da zumeist auf Spielwiesen abseits des Massengeschmacks aus. Mit ihrem inzwischen sechsten Longplayer legt die Berlinerin nun eine Liebe zu Club und Pop an den Tag, die man von ihr in dieser expliziten Deutlichkeit nicht unbedingt erwarten durfte.

Tonspion über Sweet Silence

Alles auf Anfang
Zurück mit einem neuen Album, setzt Barbara Morgenstern auf Lockerheit und Luftigkeit, sowie komplett englischsprachige Texte und scheint sich verdammt wohl dabei zu fühlen.

Seit Mitte der 90er ist Barbara Morgenstern Teil der Berliner Elektro-Szene um Gudrun Gut und ihren Ocean Club. Durch viele Remixe und Features hat sie sich über die Jahre einen Namen gemacht. Aber auch ihr unverwechselbarer Gesang, untermalt von melancholischen, leicht angetrashten Keyboard-Sounds lässt sie aus der Masse herausstechen. "The Operator" oder die Großstadt-kritische Single "Come To Berlin" hat man auf jeden Fall schon häufiger mal gehört.

Nun bringt sie ihr inzwischen siebtes Album "Sweet Silence" raus, das wie üblich auf Gudrun Guts Label Monika Enterprise erscheint. Im Unterschied zu den sowieso schon sehr freundlichen Vorgängern klingt dieses Werk noch optimistischer. Die Single "Spring Time" zeigt das ganz gut. Unbeschwert galoppiert der Beat voran. Klingt wie Sonnenauf- und Untergang mit dem Berlin-Panorama im Visier. Um mit ihrer Musik wie viele ihrer Indie-Kollegen auch im Ausland auftreten zu können ohne für fragende Gesichter zu sorgen, hat sie nun ihre Texte auf die Weltsprache Englisch umgestellt. Und das steht ihren Songs ausgesprochen gut, auch wenn sich immer noch nicht jeder mit ihrer typischen Art zu singen wird anfreunden können.

Intro Magazin über Sweet Silence

Sind das da umherflatternde Schmetterlinge auf dem neuen Album der Berliner Electro-Fricklerin? Vielleicht. Die machen einen beflügelten Hindernislauf um reduzierte Keyboard- und Drumcomputer-Tunes. Sommertauglich!

Sparsam instrumentierte Melodien mit warmem Gesang und freundlicher Atmosphäre ausstatten ... Bei aller digitalen Reduktion und konsequenten Schlichtheit im mitunter unterkühlten Klang läuft auf »Sweet Silence« alles total entspannt und luftig wie bei einer sonnigen Cabriofahrt. Umso charmanter, dass der Soundmotor hier und da rumpelt und quietschende, stolpernde oder taumelnde Loops ausspuckt.

Dazu klackert wie auf »The Minimum Says« ein Beat, der als verkürzter Cha-Cha-Cha in die Melodie tanzt. Morgenstern kann aber auch mondän, wie die Cocktailparty-Stimmung auf »Spring Time« zeigt. Das Ganze mit englischen Texten, die der Berlinerin gänzlich unkompliziert von den Lippen perlen. Und als ob der schmackhafte Eisbecher nicht schon groß genug wäre, gibt es auch noch zwei Instrumentals: das kurze melancholisch-verklärte »Bela« und das leichtfüßig bouncende »HipHop Mice«. Bitte Sonnenbrille passend zu den Kopfhörern kombinieren.

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