13 Nov 2018

Record Release Party + Claire Obscure playing BM

    
23 Nov 2018

BM live in the UK with the new album 'Unschuld & Verwüstung': Bristol

    
25 Nov 2018

BM live in the UK with the new album 'Unschuld & Verwüstung': London

    
26 Nov 2018

BM live in the UK with the new album 'Unschuld & Verwüstung': Glasgow

  
  
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Intro Magazin über Nichts Muss

(...) "Nichts Muss" funktioniert auf mehreren Ebenen. Der freie Fall ins Wolkenkissen ist nur bedingt möglich. "Die Mischung hat mit meinen ganzen Vorlieben zu tun", so Barbara. "Es soll also tanzbar sein, gleichzeitig mag ich aber auch Songs und finde es für eine Platte wichtig, dass man ihr zuhören kann, dass sie nicht nur nebenher läuft. Live ist das wiederum etwas anderes, da ist es mir natürlich lieber, wenn sich die Leute zu meiner Musik bewegen". Dass bei ihr beides möglich ist und einander durchdringt - wenn auch nicht ohne gewisse Reibungsflächen -, macht vor allem der achtminütige Titeltrack deutlich. Am Anfang dominiert noch die Songstruktur, Gesang steht im Vordergrund, doch langsam schält sich ein Groove raus und erhält mächtiges Eigenleben, peitscht schließlich die zweite, instrumentale Hälfte von "Nichts Muss" durch und gehört zum Funkigsten, was mir seit langer Zeit untergekommen ist. Hier ist selbst zu Hause kein Stillsitzen mehr möglich. Barbara lacht: \\\"Das ist genau aus einer Live-Situation heraus entstanden. Live willst du das Stück nach seinem regulären Aufbau noch nicht beenden, ziehst es also in die Länge. Genau diesen Übergang habe ich auch auf Platte bewahrt. Insofern ist es ganz gut, dass viele Stücke erst einmal live erprobt wurden, bevor sie ihren Weg auf die Platte gefunden haben".

(...) Trotz allem Groove kehrt Morgenstern das Artifizielle, also Gemachte ihrer Musik hervor. Ein zentrales Anliegen ist es, Gewohntes zu umgehen, Klischees zu vermeiden. Der Auftakter "Aus Heiterem Himmel" basiert auf einer Klaviermelodie, die Barbara schon sehr schnell nicht mehr gefallen hat - sie war ihr "zu bluesig" -, also wurde geschnitten und umarrangiert. Dieser Aspekt ist sehr wichtig, denn bei aller Vorliebe für flächige Sounds und eine gewisse behagliche Grundstimmung vermeidet Barbara Morgenstern, mit Wohlklang oder gar Niedlichkeit in Verbindung gebracht zu werden. "Die Monika-Musiker sind lange Zeit mit diesem putzigen Wohnzimmer-Image versehen worden. Bands wie die Quarks haben daran ja ganz bewusst gearbeitet, aber ich finde nicht, dass es auf meine Musik zutrifft. Ich komme eher aus dem Umfeld von Musikern wie To Rococo Rot und Pole, was mit niedlich eigentlich nichts zu tun hat".
Barbara Morgenstern wechselt gerne die Plattform, will sich alles offen halten. Es kann durchaus sein, dass sie demnächst mal eine reine Songwriter-Platte macht, die elektronische Musik wird sie jedoch nicht aufgeben, "schon alleine deshalb nicht, weil es eine internationale Sache ist, weil man damit nicht im eigenen Land und der eigenen Sprache feststeckt". Nun ist aber erst einmal Zeit, sich an einer Platte abzuarbeiten, die in ihrer Verzahnung von Techno und Chanson so eigenwillig ist, dass sie internationales Format besitzt, nämlich auch dann staunen lässt, wenn man die Sprache nicht versteht

De:Bug über Eine Verabredung

 

Von putzelig-privatistischem Hinterzimmergezimmere, das man Barbara Morgenstern manchmal nachsagt, keine Spur. Gleich am Anfang öffnet der fantastische Titeltrack das Fenster und lässt die Welt hinein. Allein: Die Welt ist traurig, bedrohlich, düster, vielleicht sogar krank. Die Geigen und die zart ertönenden Mikroinstrumente versuchen mit der Realität fertig zu werden, sie subjektiv verstehbar zu machen. “dr.mr.” und das in Zusammenarbeit mit Robert Lippok entstandene “37 Grad” sind (an-)klagende, zugleich aber sehr konzentrierte Elektronik-Popstücke. Wunderschön streng und verbindlich. Auf der B-Seite dieser handlichen 10-Inch franst der Sound aus (Klaviere und paranoide Wiederholungsstrukturen kommen ins Spiel), wird experimenteller und repetitiver, verliert dabei aber nichts von seinen melancholischen Ober-, Unter- und Saitentönen. 

ox-fanzine über Fjorden

Frau Morgenstern mit ihrer tschechischen Vermona-Orgel und ihrem schrulligen Verständnis von Popmusik begleitet mich schon eine ganze Weile. Besonders ihre beiden ersten Platten "Plastikreport" und "Vermona ET 6-1" waren wunderbare Beispiele dafür, dass es in Deutschland abseits bestimmter Schubladen und Trends eine Form von originärer, leicht egozentrischer Popmusik gibt, die trotz synthetischer Instrumentierung und LoFi-Produktion Wärme und wirkliche Emotionen ausstrahlt, also all das, was Popmusik im klassischen Sinne ausmachen sollte.

 

Dazu kommt eine Sängerin, die die Sperrigkeit deutscher Texte durch einen charmanten Nicht-Gesang erst ihren unverwechselbaren Stempel aufdrückte. "Fjorden" klingt zwar etwas anders, aber nicht entscheidend anders, und auch nur an den Stellen, wo Frau Morgenstern auf Gesang verzichtete und stattdessen sphärische Soundtapeten erzeugte, die sich aber überzeugend in das Gesamtbild ihrer neuen Platte einfügen.

Die macht einen leiseren, ernsthafteren und geordneteren Eindruck, die Orgel ist etwas in den Hintergrund gerückt und besitzt nicht mehr die Dominanz wie auf früheren Platten, gleichgeblieben ist dafür der hohe Grad an Emotionalität und das lyrische Textverständnis dieser Ausnahmekünstlerin.

 

Herbstliche Romantik aus dem Sequenzer, die hiermit wärmstens empfohlen sein soll!

De:Bug über Fjorden

Die Indietronicpoetin Barbara Morgenstern traut sich mit ihrem zweiten Album aus der Lofi-Sicherheitszone. Zusammen mit Stefan Betke, Thomas Fehlmann und Robert Lippok steuert sie zielstrebig verspielt die Grand Prix-Teilnahme an.

Grand-Prix mit Restschrägheit

Eigentlich kommt Barbara aus Werde-Popstar-Hagen. Schnell zog es sie via Hamburger Schule nach Berlin. “Nirgendwo sonst kannst Du z. B. aus einem Wohnzimmer einen Club machen. Die Stadt ist ständig in Bewegung. Du hast viel Platz, wenig Miete und tausend Leute, mit denen du was zusammmen machen kannst.” Neue Leute kennenzulernen fällt in diesen Berliner Szeneamöben oft leichter als in klarer strukturierten anderen Großstädten. Barbara Morgensterns Schilderungen zeugen von einer Person, die sich ständig im Prozess befindet.

Reduktion im kreativen Fluss
So zeigt sich auch in ihrer Musik eine Entwicklung hin zum elektronisierten Pop. Ihr Debüt “Vermona ET 6-1″ war noch klar heimorgelgeprägt. Mit “Fjorden” geht sie nun einen Schritt weiter in Richtung Indietronics-Grand-Prix mit Restschrägheit. Sicherlich auch ein Resultat der Mitarbeit von Thomas Fehlmann, Robert Lippok und Stefan Betke aka Pole. All diese kooperativen Freundschaften erwachsen eben auch aus Berliner Kontakten. Wie war das Arbeiten mit ‘Mr. Konsens’ Pole? “Kurz vor Fertigstellung der Platte habe ich erst die Texte eingesungen. Eigentlich mache ich alles selber, aber irgendwann hat man keine Distanz mehr. Pole ist toningenieurmäßig begnadet. Dazu sind wir befreundet. Ich konnte ihm vertrauen. Er kann sich gefangen nehmen lassen, auch von der Stimme. Er hat mich auch überzeugt, vieles aus den Tracks wieder zu entfernen.” Reduktion ist das Wort, aber nicht im Abschneidesinn, sondern als Hilfestellung und Konzentration: “Es geht um Klarheit und was bei den Songs im Vordergrund steht.” Minimalismus bedeutet Professionalität. Im Prozess lernen, umstrukturieren. Und so entstand mit “Fjorden” ein auf Erfahrung basierendes, wundervoll-persönliches Stück Pop.

Das Klavier und Barbara

Barbaras neues Album ist deutlich computergeprägt. Und doch schleichen sich die Songs wie kleine Freunde in dein Gehirn ein, bearbeiten dich, bis du dir mit ihnen einig bist und sie dir sogar ein bisschen weiterhelfen. Ja, schließlich, aber das braucht etwas Zeit und Zuneigung, verliebst du dich sogar in Songs wie “Der Augenblick” oder “Teil für Teil”. Obwohl Frau Morgenstern mit dem Resultat sehr zufrieden zu sein scheint, strebt sie bereits wieder weiter: “Ich komponiere meine Stücke zunächst meist auf dem Klavier. Demgegenüber macht das Produzieren am Computer zwar auch Spaß, ist aber oft sehr vorgegeben. Demnächst möchte ich gerne freier und improvisatorischer aufnehmen.” Das lässt sich prima vorstellen: Morgensterns traurig-ehrliche Geschichten fokussiert auf Klavier und Gesang. “Ich stehe aber auch total auf Beats, das probiere ich ja auch live aus. Mit E-Drums und rockiger verliert die Musik etwas von ihrem Gewicht und entwickelt eine ganz andere Kraft. Das ist im Studio schwer zu transportieren.”

Text und Sound

Die Gratwanderung zwischen zumal deutschen Texten und elektronischem Sound gelingt Barbara auf “Fjorden” par excellance. Des Schutzschilds englischer Texte entblößt Barbara sich und begibt sich auf das dünne Eis deutscher Popmusik: “Man kann viel schöner mit verwinkelten Texten spielen und assoziativ schreiben. Das kickt total. Manche Leute können vielleicht überhaupt nichts damit anfangen. Deswegen auch Pole als Kitsch-Barometer. Es verlangt einfach viel von einem, solch persönliche Sachen aus sich rauszulassen.” Morgensterns Texte leben aber von einer Ambivalenz aus Wehleidigkeit und Stolz. Zudem muss man ihnen eine Chance geben. So wie sie für die Musikerin bei jeder Interpretation unterschiedlich empfunden werden, versteht auch der Zuhörende sie jedesmal anders und meist besser. Man muss sich auf den Morgensternschen Textkomos einlassen. Stufe eins: Kopfkratzen und leichte Unentschlossenheit. Stufe zwei: Reinhängen und Liebhaben.
Und vielleicht triffst du Frau Morgenstern morgen im Plattenladen deines Vertrauens, wo sie gerade nach der neuen Sigur Rós oder Múm fragt. Schweden hat Stina Nordenstam. Wir haben Barbara Morgenstern: also auf zum besseren Grand Prix!

Berliner Zeitung über Fjorden

(...) Morgensterns Gesang ist gewissermaßen hochbewusst halb bewusst, darin bietet er das beste Komplement zu den versüßend auf sich selbst zurückgeneigten Samples. Als werde hier einer Erinnerung nachgesungen, die keinen Gegenstand hat: "Ich lief sehr viel / Doch das Ziel / Kam nicht näher // Dann stand ich still / Und es fiel / Auf mich nieder."

Neues von Hanayo und Barbara Morgenstern

VILLAGE VOICE
Neues von Hanayo und Barbara Morgenstern
Die Ökonomie der Liebe

Es könnte keine entgegengesetztere Produktionsgeschichte geben. Um an ihrem zweitem Album „Fjorden“ zu arbeiten, suchte Barbara Morgenstern die Einsamkeit einer Datscha bei Eberswalde. Wie in einem Märchen hat sie dort die Zauberformeln ihrer wunderbaren Alchemie aus Orgelurklängen und computergesteuerten Beats gefunden: auf Spaziergängen und beim Betrachten von Sonnenuntergängen.
Urbaner und durch den Rausch der Stunden vor dem Sonnenaufgang geprägt, ist dagegen „Gift“, das erste Album der in Berlin lebenden japanischen Multikünstlerin Hanayo. Die ausgebildete Geisha gastierte nicht nur bei der „Tötet Helmut Kohl“-Aktion von Schlingensief bei der documenta X, sondern arbeitet gern auch mit der unabhängigen Elektroszene Deutschlands zusammen. Ihre unermüdliche Reiselust führte sie so zum Beispiel nach Köln, wo sie mit Justus Köhnke und Kai Althoff unter der hypnotischen Wirkung monotoner Drums „Subtle Tease“ improvisierte, oder auch zu Rocko Schamoni nach Hamburg, der Hanayos Stück „Aua“ in seiner Küche remixte.

Dementsprechend unterschiedlich klingen die Endprodukte. „Fjorden“ vermittelt eine ruhige, kontemplative Atmosphäre, „Gift“ dagegen hört sich wie ein Potpourri an, das zwischen feinem minimalen Techno, digitalem Hardcore und extremem Krach oszilliert. Vor diesem kaleidoskopischen Hintergrund singt Hanayo dann mit ihrer paradigmatisch mädchenhaften Stimme auf Japanisch, Englisch und sogar auf Französisch. Obwohl es mitunter sehr möchtegernpostmodern nach Arbeiten des Mille-Plateaux-Labels klingt, ist „Gift“ auch authentisch. So soll Hanayo für die Aufnahme von „Candyhank“, eine von Patric Catani (DHR) komponierte und total abgefahrene Coverversion von Serge Gainsbourgs Meisterstück „Les sucettes“, auf die Kunst der Bondage zurückgegriffen haben. „Then Patric softly pushed the microphone in her mouth ...“ Wobei der französische Originaltext tatsächlich von einem Mädchen erzählt, das sich für einige Pennys (!) Lutscher kauft, diese gern auf der Zunge zergehen lässt und anschließend sogar hinunterschluckt.

Auch bei Barbara Morgenstern wird die organische Ökonomie der Liebe besungen. „Du schmilzt mit mir (...) Ich schmilz mit dir“ lautet der Refrain des dramatischen und die Seele rührenden Liebesstücks „Wir auf der Flucht“. Produziert wurde es, wie übrigens fünf andere Stücke von „Fjorden“, von dem „Toningenieur-mäßig begnadeten“ (O-Ton Morgenstern) Stefan Betke von Pole.

Sicher ist, dass Hanayo „I can give u the star“ singt und damit aus jedem Zuhörer einen von den Drei Heiligen Königen macht. Wer aber am liebsten zu Hause vor dem Adventskranz sitzt, sollte sich von einem guten Freund „Fjorden“ schenken lassen. Es gibt zur Zeit keinen besseren und glücklicher machenden Wohnzimmergroove.

YVES ROSSET

Barbara Morgenstern: „Fjorden“ (Monika/Efa); Hanayo: „Gift“ (Geist Records); Hanayo tritt am Do (!),14.12., ab 22 Uhr im Maria bei der Audio Chocolate Night auf

Intro Magazin über Fjorden

Nachdem vor zwei Jahren das einem tschechoslowakischen Auslaufmodell von Heimorgel gewidmete Longplay-Debüt „Vermona ET 6-1“ mein analoges Herz mit organischem Warmklang durch zauberliches bis slightly morbides Fiepsen und Quietschen, das sich am Ende immer in euphonisches Wohlgefallen auflöste, frei flottieren ließ, liegt jetzt ein introspektiverer, atmosphärisch dichterer, klanglich geschlossenerer Nachfolger vor. Unterstützt von Pole, Thomas Fehlmann und Robert Lippok, entfaltet sich, noch immer auf der Basis von mit moderneren Beats liierten Frühachtziger-Electronics, ein fließenderes und heimeligeres spätherbstliches Klanguniversum, das, um Geigen und Klaviersounds bereichert, das jugendlich drängende Ungestüm des Debüts hinter sich lässt, ohne Verrat an der Morgenstern’schen Sache, nämlich trotz Versonnenheit der Welt ein lautes Ja entgegenzusingen, zu üben.

De:Bug über Fan No. 1

Barbara Morgenstern – Fan No1 EP

6 Remixe ihrer immer wieder gerne gehörten und immer wieder überraschenden LP auf Monika. Es beginnt mit Antonelli, von Morgenstern und Obermaier gemixt, das sich mit vielen Dubs und einer langsam ins Ohr fräsenden Melodie ,die man nicht vergisst, als Instrumentaltrack sehr viel Haus ins Heim holt, den kitschigen Refrain immer ganz gut mit einer dezenten gescratchten Märchenplatte übersteht und auch als Hymne ganz gut funktioniert. Der Michael Mülhaus Mix nennt sich etwas dumpf Grossraum Mix und denkt dabei wohl an die Blumfeldvorstellung von Großraumdisko, die in ungefähr die Relevanz früher Andreas Dorau Housevorstellungen hat und nur knapp über Kneipenathmosphäre dahinseegelt. Mau, aber verständlich, wenn man weiß daß Barbara Morgenstern mit Blumfeld auf Tour gehen muß. Joe Tabu geht dann in die Tiefe, läßt die Samples gespenstisch transparent werden und walzt genüßlich vor sich hin, Console und Heimtrainer finden sich hier als Heimkonsole mal wieder zusammen und bewahren den ultratraurigen Aspekt von das “Wort” gut auf, zersplittern ihn in einem sehr ergreifenden Stück Stakkatofunks mit blubbernden Bässen und sehr trockener rückwärts gespielter Stimme. Schlammpeitziger watet mit Gummistiefeln durch die eigene 8Bit Sauce, mit gelgentlichen Sternschnuppen und steigert sich immer mehr in ein großes Psychodrama hinein. Zum Abschluß dann der Signaltonremix von Robert Lippok, der versucht aus Barbara Morgenstern die vollkommene Cher deutschen Gesangs zu machen. Schöne EP, die Barbara selber als ihre Musik zur Zeit bezeichnet, was sie zumindest auf einigen Tracks auch gut vertreten kann. 

De:Bug über Malaria! vs. Chicks on Speed & Barbara Morgenstern Remixes

Malaria! versus Chicks on Speed & Barbara Morgenstern – Kaltes Klares Wasser 

Der Malaria-Klassiker ‘Kaltes Klares Wasser’ wurde von Chicks on Speed auf der A und Barbara Morgenstern auf der Flipside wiederbelebt. Bei den Chicks bekommt ‘Kaltes Klares Wasser’ eine moshige Bassline mit befremdlich – guturralen Lauten verpasst, der dekadente Girlstimmenchor im deutsch – englisch Gemisch brennt in Chicks-typischer Weise die Öhrchen nieder und lässt sie in neuer Hörgewohnheitsuche wieder auferstehen. Barbara Morgenstern schafft verspielt klingende Heimelektronikmusik, mit plinkernden Breaks, die Welle der Friedlichkeit wird uns davontragen. Malaria! auf zwei total verschiedenen Planeten angesiedelt. Supi: Such dir deinen eigenen Stern aus!

ox-fanzine über Vermona ET6-1

Meine Lieblingskeyboarderin mit ihrer ersten richtigen Solo-Platte und ich bin auch hier wieder völlig entzückt und beeindruckt, wie sie Schlager, Neue Deutsche Welle und Bontempi-Heimorgel-Gemütlichkeit elegant unter einen Hut bringt.

Eigentlich klingen so Orgelteile mit dazugehörigem Drumcomputer tendenziell eher scheiße, aber irgendwie gelingt es der Frau mit diesem sehr begrenzten Instrumentarium und einer unorthodoxen Handhabung desselben eine überraschend individuelle Soundkulisse zu erzeugen, die manchmal sogar an den schrägen Tenor der ersten drei Soloplatten von Brian Eno erinnert.

Ihre Texte sind ebenfalls völlig unpeinlich auch wenn ich dazu schon andere Meinungen gehört habe. Wenn schon deutsche Popmusik, dann sollte sie wirklich wie in diesem Fall klingen, auch wenn man mit solchen liebevoll gemachten, persönlichen Platten momentan wohl nicht berühmt wird.

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