musicis.pl: Barbara z Berlina w Polsce
Barbara Morgenstern to nazwisko bardziej znane wśród fanów niemieckiej sceny elektronicznej, zarówno tych polskich jak i zagranicznych. Podopieczna wytwórni Monika, zza naszej zachodniej granicy, do czynienia z muzyką ma od dawna. Uczyła się gry na pianinie i pobierała lekcje jazzu w szkole muzycznej, a pierwszą swoją taśmę nagrała w 1996 roku, kiedy w Niemczech istniała tzw. scena salonowa. Od czasu grania w mieszkaniu, znalazło się miejsce na rozczarowanie koncertami w klubach, wydanie w dużej wytwórni, podpisanie z niezależnym labelem Monika i współpracę między innymi z muzykami To Rococo Rot, czy na trasę z Maximilianem Heckerem.
Muzycznych dowodów rzeczowych, przez 16 lat artystycznego bytowania nagromadziło się sześć – ostatni z nich, album Sweet Silence Barbara wydała w czerwcu zeszłego roku. Na wszystkich jej wydawnictwach znajdziemy wspólny mianownik – kobiece spojrzenie na melancholię, nostalgię poprzez wrażliwość muzyki elektronicznej, nawiązującej zarówno do krautrocka, jak i electro-popu. W tym miesiącu Basia pojawia się w Polsce by zagrać koncerty w 3 miastach.
2012 Review Round-Up: July
Berliner Barbara Morgenstern has been responsible for some of the loveliest music of the last decade or more, throughout a productive career that's seen her maintain a consistently recognizable aesthetic – balancing sweetness and warmth with a slight, distinctly Teutonic frostiness – while her sound has evolved from bleepy, toylike indie electronica to sprightly techno-pop to more fully organic, expressively artful songwriting.
Sweet Silence, her sixth proper (solo) full-length, tweaks that trajectory somewhat, returning to an almost entirely electronic palette (mostly understated drum programming and a battery of cuddly-soft synths) after the piano- and full-band-dominated BM. But it also finds Morgenstern honing her popcraft and scaling back her artier impulses to yield her most concise, song-oriented and – relatively speaking – immediate work to date. Except for three typically lovely, nostalgia-tinted instrumentals (which are themselves highly melodic), Morgenstern's distinctive, lulling coo appears on every track here and, notably, she sings exclusively in English for the first time. If that change is a bid for greater accessibility (Morgenstern has basically said as much in interviews), it's an appropriate choice in conjunction with the album's general musical tack, but, although Sweet Silence certainly could and should help introduce a few new ears to her secluded sound-world (and despite her boast, on the pleasantly frisky "Need To Hang Around," that "in the past two weeks I could have written tons of number one hits"), this isn't exactly Britney Spears (or Robyn, or even Goldfrapp) territory – Junior Boys, perhaps. Non-German-speaking fans may (or may not) appreciate the greater insight the English lyrics offer into Morgenstern's mentality. (Themes tend toward the philosophical, socio-political, gently inspirational and somewhat abstract – "Spring Time" is "when ideologies blossom"; the indicatively-titled "Jump Into the Life-Pool" contains such nuggets as "if life is a treasure itself then I'd still like to know am I myself" – while the plushly grooving "Night-Time Falls" offers a more personal, somewhat surreal narrative.) But in any case they don't significantly affect the experience of the album: Morgenstern's music is much more about sound than sense, and – particularly given her rather adorably prominent accent – her voice functions mainly as just another piece in her delightful sonic jigsaw puzzles, sometimes in beautiful harmony with itself. All of the aforementioned numbers are highlights – and no song here is without its own quietly quirky charms, though some take longer to distinguish themselves – but perhaps the album's apex is the penultimate "Status Symbol" (the only track to exceed four minutes), a sneaky charmer with vague shades of Pet Shop Boys' "West End Girls" that gradually works its way into a lather of darkly clubby beats; the album's most (though not only) overtly techno moment.
Interview with the German newspaper Die Zeit
Wie wir halt so leben
Die Elektronikmusikerin Barbara Morgenstern besingt das Hin und Her des Menschen – nun auch auf Englisch.
Wir sind bei ihr im Studio verabredet, unten sei keine Klingel, einfach mit dem Handy kurz durchrufen, sie komme dann runter. Und so stehe ich nachmittags um vier in drückender Schwüle vor dem Backstein der Kunstfabrik in Berlin-Treptow und tippe ihre Nummer. Früher erhob sich hier um die Ecke der antifaschistische Schutzwall, jetzt wartet das Badeschiff in der Spree auf Schwimmer; Cafés am Wasser, ein Techno-Club und Public Viewing – die neue Grenze verläuft zwischen Arbeit und Schlaf, auf einem Vergnügungsstreifen.
Eine Frau in Sweatshirt und Trainingshose tritt durch die Stahltür ins Licht, das ist also Barbara Morgenstern. Ich habe sie noch nie gesehen, nicht einmal auf der Bühne, immer nur auf Platten gehört, und so begegne ich einer Fremden, die ich gut kenne und die mich gut kennt, wie könnte sie mich sonst so verrückt machen mit ihren Zeilen. Ich hänge seit Jahren an ihren Lippen; sie duzt mich sofort.
Im zweiten Stock eine Schiebetür, dahinter ein riesiges Atelier, hohe Decken. Ein paar Gemälde stehen herum von malenden Untermieterinnen, warme Luft durch die Fenster, Himmel, Grün.
Sie hat gerade ein neues Album herausgebracht, Sweet Silence, schöner Anlass zu reden, und es erscheint mir so unangemessen wie unabwendbar, gleich scharfen Protest anzumelden, während sie noch am Gasherd steht und einen Espresso rauszischen lässt. Wie kann sie nur auf Englisch singen jetzt! Hat sich denn außer mir niemand beschwert?
»Ich bekomme Applaus, freundliche Mails, nur selten ein differenziertes Echo«, sagt sie mit fein dosiertem Amusement. Ein »Ogottogott« sei nicht zu ihr gedrungen, aber Freunde hätten ihr gesagt, sie müssten sich ans Englische erst gewöhnen.
Zum Beispiel diese Zeilen, insistiere ich:
Das Umland und seine Stadt
Haben fast nichts miteinander zu tun
Hat man so was in deutschem Liedgut je gehört? Also, außer bei Brecht vielleicht. Das hat sie vor einigen Jahren über Berlin gesungen! Und dann noch hinterhergeschoben:
Wir sind sexy und arm und begehrt
Und das Brachland drum herum scheint nichts wert
Stadtplanerisches Liedermaching, so hatte ich es verstanden, großartig! Jetzt lächelt sie undosiert. Sie sei früher jede Woche nach Kleinmachnow rausgefahren und auf dem Weg zurück in der S-Bahn einem Roma-Paar begegnet, das sie so beeindruckt habe. Der Rassismus rund um Berlin und das Multikulti mittendrin, wie das so gar nicht zusammengehe...
Also weniger Stadtplanung als Intoleranz? »Ich kann schwer erklären, was ich meine.«
Kritiker haben das Verrätselte ihrer Texte moniert; sie nennt es Offenheit: »Wenn man bei einer Zeile denkt, ›ja, genau‹, das ist das Schönste, was man mir sagen kann.« So wird ihr mein Missverständnis zum Kompliment, aber ich mache es gerne. Ihre Lieder kreisen um Fragmente des Alltags, um das Hin und Her des Individuums und um das Vorübergehende unseres Daseins, das wir nach Kräften zu vergessen suchen.
Ich lief sehr viel / Doch das Ziel / Kam nicht näher Dann stand ich still / Und es fiel / Auf mich nieder
Was immer sie damit meint, man versteht es schon richtig. Und nun also auf Englisch.
Who wants to cut back / On hedonistic behavior Try to be brave / Face the cost of this favor
Das möge übersetzen, wer will: Es wird auch da kein deutscher Schlager draus.
Letztes Jahr habe sie bei einem Projekt des Goethe-Institutes mit afghanischen Frauen Englisch singen müssen und gestaunt, wie leicht das sei. Wie zur Bestätigung wirft sie mir den Satz zu: »Das Deutsche ist hakelig als gesangliche Transportsprache.«
Zudem würde sie gern mehr Hörer erreichen, anderswo. Anfangs, in den Neunzigern, habe sie die deutschen Texte noch unter den Teppich ihrer elektronischen Musik gekehrt. Dann sei sie im Ausland immer wieder um Übersetzungen gebeten worden. Natürlich habe sie sich gefragt: »Kann ich auf Englisch schreiben?« Sie habe es versucht und sich mit zwei Muttersprachlern im Café getroffen. Die hätten die Texte gelesen, hier und da die Grammatik beanstandet, einzelne Wörter, aber »viel weniger als gedacht«. Und nun der Lohn des Wagnisses: internationales Echo, die erste Interviewanfrage aus England, »wir machen das nächste Woche per Skype«.
Beginnt nun die große internationale Karriere der Barbara Morgenstern? Es wäre nach zwei Jahrzehnten im Musikbetrieb erstaunlich und spät, und sie rechnet wohl nicht sehr damit. Sie zählt zu jenen Musikern des sogenannten Independent, die sich selbstbewusst in einem Mittelfeld eingerichtet haben, nicht der Qualität, aber der Quantität. Einen Teil ihres Geldes verdient sie als Chorleiterin am Berliner Haus der Kulturen der Welt, wo sie ungewöhnliche Herausforderungen zu meistern hat, wie kürzlich jene, das Geräusch einer startenden Boeing zu singen. Das war für ein Video zur Schließung des Tegeler Flughafens, das man nun ja noch länger zeigen kann.
Ansonsten hat sie Mann und Kind und einen geregelten Alltag. Halb sieben aufstehen, neun Uhr die Tochter in die Kita, neun bis halb zehn Mails bearbeiten, zehn bis vier Studio. »Struktur ist alles. Das liebe ich: allein im Raum zu sein und Musik zu machen. Hier gibt es auch kein Internet.« Aber ein Handy? »Nur ein altes Afrika-Handy. Das ist oft aus.«
Und um vier sei dann Feierabend, mit dem Kind nach draußen. Dann ist Spielplatz? »Total.« Ohne Handy? »Manchmal schon.« Wie wir halt so leben. Apropos, sie müsse nun auch los, nach Hause, kochen, Bratwurst mit Kartoffeln.
Ich bringe sie noch zu ihrem Fahrrad. Ein Kindersitz ohne Polster! »Rabenmutter«, rufe ich ihr nach. – »Davongeflogen«, ruft sie zurück. »Wird eh immer nass.«